Ich schreibe Geschichten, weil sie für mich
der schönste Weg sind, die Welt zu hinterfragen,
Abgründe zu erkunden und trotzdem an das
Gute im Menschen zu glauben.
Meine allererste Geschichte bestand nur aus Bildern. Es ging um einen Wolf und einen Marienkäfer im Wald. Was die beiden dort getrieben haben, weiß ich nicht mehr. Gut möglich, dass der Wolf den Marienkäfer fressen wollte. Oder dass sie sich verliebt haben. Oder dass sie die einzigen Überlebenden einer Apokalypse waren.
In der Grundschule lernte ich endlich schreiben und von da an interessierte mich kaum noch etwas anderes. Schon in meinem Zeugnis der ersten Klasse steht, dass ich im Unterricht damit beschäftigt war, Geschichten zu schreiben. Sieben Jahre später gewann ich meinen ersten Kurzgeschichtenwettbewerb. Ausgerechnet im Bereich Romance.
Vielleicht hatten sich der Wolf und der Marienkäfer also doch verliebt.
1997 schrieb ich für das FoJa-Jugendsprachrohr Artikel, die im Pinneberger Tageblatt erschienen. Mein erster drehte sich um »Gewalt in den Medien«. Passenderweise war es das Jahr, in dem Scream erschien, und ich war vermutlich einer der größten Scream-Fans überhaupt.
Das Problem: Der Film war ab achtzehn. Ich war vierzehn.
Also fälschten meine Freundinnen und ich unsere Schülerausweise und versuchten damit unser Glück in einem kleinen Kino unter der Hochbrücke. Der Besitzer stellte ein paar unangenehme Fragen, ließ uns aber schließlich hinein. Wir waren unglaublich stolz darauf, ihn überlistet zu haben.
Erst Jahre später kam mir der Gedanke, dass der Mann, der das Kino betrieb, durchaus erkennen konnte, dass vier Vierzehnjährige keine achtzehn waren.
Meine Faszination für dunkle Geschichten ist geblieben.
Heute interessiert mich allerdings weniger, dass Menschen Abgründe haben, sondern was sie dorthin führt.
1997 schrieb ich für das FoJa-Jugendsprachrohr Artikel, die im Pinneberger Tageblatt erschienen. Mein erster drehte sich um »Gewalt in den Medien«. Passenderweise war es das Jahr, in dem Scream erschien, und ich war vermutlich einer der größten Scream-Fans überhaupt.
Das Problem: Der Film war ab achtzehn. Ich war vierzehn.
Also fälschten meine Freundinnen und ich unsere Schülerausweise und versuchten damit unser Glück in einem kleinen Kino unter der Hochbrücke. Der Besitzer stellte ein paar unangenehme Fragen, ließ uns aber schließlich hinein. Wir waren unglaublich stolz darauf, ihn überlistet zu haben.
Erst Jahre später kam mir der Gedanke, dass der Mann, der das Kino betrieb, durchaus erkennen konnte, dass vier Vierzehnjährige keine achtzehn waren.
Meine Faszination für dunkle Geschichten ist geblieben.
Heute interessiert mich allerdings weniger, dass Menschen Abgründe haben, sondern was sie dorthin führt.
2009 stand ich zum ersten Mal mit einem humoristischen Text bei einem Poetry Slam auf der Bühne. Bis dahin war ich nicht unbedingt für meinen Humor bekannt.
An diesem Abend stand ich mit meinen Freundinnen vor dem Molotow und starb innerlich tausend Tode. Niemand hatte meinen Text zuvor gelesen. Kurz vor dem Einlass war ich überzeugt, dass er furchtbar war und wir besser nach Hause fahren sollten.
Dann sah ich auf der anderen Straßenseite ein leuchtendes Schild:
»Gib deinem Glück eine Chance!«
Dieser Satz war der einzige Grund, warum ich durch die Tür des Molotows gegangen bin und nicht durch die der U-Bahn.
Zum Glück.
Ich gewann an diesem Abend und aus einem einzigen Auftritt wurden fünfzehn Jahre auf Bühnen in ganz Deutschland. Ich veröffentlichte Kurzgeschichten und Bücher, produzierte ein Spoken-Word-Album, moderierte, organisierte Poetry Slams und lernte vor allem eines: Geschichten bleiben dann, wenn sie etwas in Menschen auslösen.
Romane habe ich schon geschrieben, lange bevor einer davon veröffentlicht wurde. Viele landeten in der Schublade. Geblieben ist dabei meine Faszination für die menschlichen Abgründe und die Frage, warum Menschen tun, was sie tun.
2026 erschien schließlich mein Psychothriller »Ewige Lügen«.
Am Anfang stand eine Frage:
Ist es möglich, Erinnerungen zu manipulieren, und wenn ja, was bedeutet das für unsere Identität?
Aus dieser Frage wurde eine Geschichte über Erinnerung, Wahrheit und die Dinge, die Menschen voreinander und vor sich selbst verbergen.
Mit »Ewige Lügen« habe ich die Themen zusammengebracht, die meine Geschichten prägen: Identität, moralische Grauzonen, Manipulation und die Frage, was Wahrheit überhaupt bedeutet.
Vielleicht waren der Wolf und der Marienkäfer also doch der Anfang von allem.
Ewige Lügen · Psychothriller · (Sep 2026)
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Paperkite Pictures Filmproduktion UG
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Schriftgut Literaturmesse, Dresden
Syltfunk Söl`ring Radio
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